Ohne Kultur geht bei mir nichts!

Freitag bis Sonntag sind meine Kulturtage, an denen ich sehr gerne Ausstellungen, Konzerte oder Theater- und Opernvorstellungen besuche. Kultur hilft mir, abzuschalten, den Kopf frei zu bekommen und den Horizont zu erweitern. In den vergangenen Jahren habe ich viele Künstler*innen kennengelernt und bin begeistert über die vielen verschiedenen Künstlerbiografien, Lebensmodelle und Kunstansätze, die es gibt. Neben den professionellen Kulturschaffenden interessieren mich vor allem auch Laienkünstler*innen und ehrenamtliche Kulturangebote.

Folgend ein Auszug kultureller Höhepunkte aus meinem Leben.

22. Juli 2021: Besichtigung des Flugplatzes „Fläming Air“ in Oehna

Auf dem Flugplatz in Oehna konnte ich mir in dieser Woche Flugzeugtechnik anschauen und sogar Probesitzen. Ich war erstaunt, wieviel an so einem Kleinflugzeug noch mechanisch funktioniert. Ein sehr freundlicher und kompetenter Flugkapitän erzählte mir ganz genau, was beim Fliegen mit Kleinpropellermaschienen alles zu beachten ist. Es gibt eine eigene Farblehre im Cockpit, gar nicht so viele Knöpfe und Schalter wie man denkt und selbst wenn der Motor ausfällt, gibt es Flugzeuge, die noch sanft nach unten gleiten können. Ich war beeindruckt und von Respekt erfüllt, als ich im Cockpit saß. Fürs Fliegen war mir dann doch etwas mulmig zumute, sodass wir das erstmal verschoben haben. 

21. Juli 2021: Der Märchenwald von Rotkäppchen ist in Wiepersdorf

Irgendwie hab ich es ja schon immer gewusst, dass Rotkäppchen eine Brandenburgerin, um genau zu sein eine Wiepersdorferin, gewesen ist. Brandenburg und ist eben auch bei den Kindermärchen kulturrelevant. Den Märchenwald haben wir leicht gefunden, aber die Rotkäppchenbank war etwas im Dickicht versteckt. Vor allem für Kinder ist es ein schönes Erlebnis, Rotkäppchen, die Großmutter und den Wolf im Wald zu entdecken. Auf einer Schautafel erfährt man viel Wissenswertes über Rotkäppchen und die Gebrüder Grimm. Schade, dass die Rotkäppchenbank etwas runtergekommen und schlecht ausgeschildert sind.

13. Juli 2021: Sich kümmern heißt auch selbst Hand anlegen

Bereits zum vierten Mal innerhalb weniger Monate wurde unsere zweite Stele in Elstal beschmiert. Die Stele jedes Mal sauber zu putzen, dass macht richtig Arbeit. Die Farbe ist hartnäckig und es kann leider kein beliebiges Reinigungsmittel benutzt werden. So sitze ich nun alle 10 bis 14 Tage vor der Stele und schrubbe sie wieder sauber. Schade, dass die ehrenamtliche Arbeit der Initiatoren der Stele nicht mehr durch die Graffiti-Künstler geschätzt wird. Inzwischen suche ich schon nach Stellen, wo man ein legales sprayen erlauben könnte.

9. Juli 2021: Stadtmuseum Brandenburg besichtigt

Das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel im barocken Frey-Haus präsentiert den Besucher:innen eine außerordentlich vielseitige stadtgeschichtliche Sammlung sowie eine Sonderausstellung zu zeitgenössischer Kunst. Davon konnte ich mich gestern bei einem Gespräch und Rundgang mit der Museumsleiterin Anja Grothe überzeugen. Die jüngste Stadtgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts wird sehr erfahrbar dargestellt und das Museumsteam geht dabei moderne und immer neue Wege, um Geschichte erlebbar zu machen. In der Hofremise ist die Ausstellung zur über hundert Jahre alten Spielzeugtradition in Brandenburg an der Havel zu sehen. Ein Hingucker für Familien und Sammler.

21. Juni 2021: Lesung mit Gisela Steineckert in Altes Lager Niedergörsdorf

Herzlich wie immer! So war das Wiedersehen mit der Schriftstellerin Gisela Steineckert nach 18 Monaten Corona-Pause. Ihren Auftritt in Altes Lager bei Niedergörsdorf nutzte ich, um ihr nachträglich noch persönlich zum 90. Geburtstag zu gratulieren. Als Geschenk gabs dieses Mal keine Rosen, sondern einen Feigenbaum für den Balkon! Die Lesung hat das Publikum wie immer begeistert und ich stöberte am Büchertisch, ob mir noch ein Buch fehlte.

24. Oktober 2020: Zu Besuch in den offenen Ateliers in Werder

Das herrliche Herbstwetter lockte mich heute nach Werder, wo ich die Ateliers in der Vulkanfieberfabrik besuchte. Die alte und teilweise sonnenlichtdurchflutete Fabrikhalle bietet den Künstler*innen tolle Bedingungen zum Arbeiten und Ausstellen. Mit einer enormen Vielfalt an Kunst werden die Besucher*innen ins Staunen versetzt: So können farbenfrohe und großformatige Bilder, melancholische Kreidezeichnungen, Schwimmwesteninstalationen, Floral-Technisches, Holzschnitzereien und Aktmalerei bestaunt werden. Dank der Einhaltung der Hygieneregeln war der Besuch trotz Corona unproblematisch möglich.

17. Oktober 2020: Denkmal-Erkundungstour um Jüterbog

Allerlei geschichtliche Informationen und Hintergründe zu den Orten Dennewitz, Gölsdorf, Rohrbeck, Kloster Zinna und Jüterbog sowie zur Schlacht bei Dennewitz vom 6. September 1813 erhielt ich kürzlich auf einer Denkmal-Erkundungstour. Mit dabei war auch das Denkmal von Georg Elser in Jüterbog, ein Schinkel-Denkmal und der Obelisk für die gefallenen Sowjetsoldaten. Die Vielzahl von so unterschiedlichen Denkmalen auf so wenig Raum ist bemerkenswert und lohnt einen Besuch.

15. Oktober 2020: Das Optikmuseum in Rathenow besichtigt

Die Geschichte der optischen Industrie in Rathenow geht bis auf das Jahr 1790 zurück. Johann Heinrich August Duncker gilt als ihr Begründer in Rathenow. 1801 wurde die erste optische Anstalt in Rathenow gegründet. Aus etwa dieser Zeit stammen auch die ältesten Exponate, die das Museum zeigt. Die ganze Entwicklung der optischen Industrie wird sehr ansprechend und mit kurzen Erklärungen im Museum vorgestellt. Brillen, Mikroskope, maritime Scheinwerfer und Leuchtturm-Gläser aus verschiedenen Jahrhunderten sind dort zu sehen. Eine Begleitbroschüre zur Ausstellung gibt zusätzliche Orientierung. Für Kinder gibt es zudem praktische Übungen und viel Spaß mit riesigen Vergrößerungsgläsern. Technikinteressierte kommen durch die alten und modernen Maschinen genauso auf ihre Kosten, wie Modeinteressierte durch die vielen ausgestellten, teilweise bunten und exotisch anmutenden Brillen.

22. August 2020: Auf den Spuren Fontanes im Heimatmuseum Neuruppin

Spontan besuchte ich an diesem Sonnabend das Heimatmuseum in Neuruppin. Das gut ausgestattete und moderne Museum, welches aus einem Altbau und einem gewaltigen Neubau besteht, hatte einiges an Heimatgeschichte zu bieten. Neben archäologischen Funden konnte man Wissenswertes über Karl-Friedrich Schinkel und Theodor Fontane lernen. Besonders beeindruckte mich der Ausstellungsteil rund um die Bilderbogen-Geschichte der Stadt Neuruppin. Von Neuruppin aus wurden einst farbenfrohe und aufwendig gestaltete Bilderbogen für alle Teile Deutschlands produziert.

18. August 2020: Heimatmuseum in Mittenwalde besichtigt

Meinen ersten Urlaubstag im Sommer dieses Jahres nutzte ich, um das Heimatmuseum in Mittenwalde zu besuchen. Der örtliche Heimatverein, der Träger des Museums ist, leistet eine geradezu aufopfernde Arbeit um die Heimatgeschichte Mittenwaldes. Neben gut erhaltenen Innungstruhen, einer großen Anzahl an sehr alten Puppenhäusern und einem historischen Kellergewölbe, hat das Museum einen Weingarten und eine alte Schmiede zu zeigen. Während im Museum verständlicherweise nur geguckt werden darf, darf in der Schmiede auch angefasst und mitgemacht werden.

5. Februar 2020: Mal wieder im Deutschen Historischen Museum in Berlin gewesen

Ein letzter Urlaubstag aus 2019 gab mir heute die Gelegenheit, mal wieder ins Deutsche Historische Museum nach Berlin zu gehen. Die umfangreiche Dauerausstellung zur Deutschen Geschichte fasziniert mich immer wieder durch die tollen Exponate. Vom Mittelalter bis zur Wiedervereinigung werden alle geschichtlichen Epochen mit guten Texten und sorgfältig ausgewählten Exponaten vorgestellt. Besonders war ich von den Exponaten zur Geschichte der Arbeiterbewegung beeindruckt. Dokumente, Tassen, Pfeifenköpfe und eine Taschenuhr mit den Gesichtern der Repräsentanten der Deutschen Arbeiterbewegung. Aus heutiger Sicht wirkt es skurril, jedoch war es damals üblich, Vorbilder und politische Führer auf diese Weise zu ehren.

8. Januar 2020: In der Kunsthalle Rostock

Schon die Kunsthalle Rostock selber, ist ein beeindruckender und typischer DDR-Bau. Sie war der erste und einzige Neubau eines Kunstmuseums in der DDR. Neben internationalen Ausstellungen werden immer wieder auch Ausstellungen mit teilweise bedeutenden Kunstwerke aus der DDR gezeigt. Schon das zweite Mal führten mich explizit Kunstwerke von DDR-Künstlern in die Kunsthalle. Durch den Charme des Hauses wirkt die ausgestellte Kunst ganz anders. Die Vielseitigkeit des künstlerischen Schaffens in der DDR ist bemerkenswert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Kunsthalle ein gut besuchter Ort ist.

4. Januar 2020: Mal wieder: Deutsches Historisches Museum Berlin

Das Deutsche Historische Museum in Berlin ist durch seine umfangreiche Dauerausstellung und seine Wechselausstellungen immer wieder einen Besuch wert. Bei diesem Besuch konzentrierte ich mich auf die jüngste Zeitgeschichte - die Zeit der Wiedervereinigung. Die Ausstellung ist sehr differenziert und überzeugt mit beeindruckenden Exponaten. Geradezu erfrischend sind die kurzen und wenige belehrenden Texte. Vor allem die zeitgeschichtlichen Exponate wecken Erinnerungen und schaffen es, geschichtliche Zusammenhänge greifbarer zu machen.

30. Dezember 2019: Größte Vase der Welt in Leuchtenburg besichtigt

Im thüringischen Leuchtenburg gibt es die größte Vase der Welt zu bestaunen. Kurz vor dem Jahreswechsel wollte ich sie noch sehen. Die Vase ist beeindrucken und viel größer, als ich es mir vorgestellt hatte. Nicht nur diese riesige Vase ist einen Besuch wert, auch die anderen Exponate und Ausstellungen zur thüringer Porzellangeschichte machen etwas her. Die Ausstellungen sind sehr modern und methodisch spannend aufbereitet. Ein Besuch lohnt in jedem Fall. Und wer sich nicht für Porzellan interessiert, der kann sich über die Burggeschichte der Leuchtenburg informieren und sich dazu sogar in ein Verließ einsperren lassen.

30. November 2019: Weihnachtsmarkt in Elstal unterstützt

Mit einem eigenen Stand unterstützte ich dieses Jahr den Weihnachtsmarkt in Elstal. Auf Spendenbasis verschenkte ich Broschüren. Highlight waren aber die Fliedertänzer aus Friesack, die den rund 500 Besucher*innen ihr Können darboten, die riesige Modelleisenbahnplatte in der Kirche und abends die Lichtinstallationen an der Kirche selbst. Ein Weihnachtsmann erzählte zudem Kindergeschichten und die Feuerwehr sammelte Spenden. Der Weihnachtsmarkt gehört mittlerweile zu den kulturellen Höhepunkten von Elstal.

23. November 2019: Fototour durch Elstal

Den eigenen Ort immer wieder neu entdecken, das war mein Empfinden bei einer kleinen Fototour durch meinen Heimatort Elstal. Je nach Jahreszeit und Lichtverhältnissen wirken Denkmale und markante Gebäude anders und richtig in Szene gesetzt kann man sie auch fotografisch neu darstellen und dokumentieren. Dieses Mal nutze ich einen kalten und sehr frühen Samstagmorgen, um mich mit der Kamera ausgestattet in Elstal umzuschauen. Es hat sich gelohnt. Nicht nur der Fotos, sondern auch des strahlenblauen Himmels wegen.

10. November 2019: Ausstellung im Leipziger Rathaus angesehen

Die zeitgeschichtliche Ausstellungen im Alten Rathaus Leipzig thematisiert die Geschichte der vergangenen 100 Jahre. Mit tollen didaktischen und methodischen Angeboten wird hier Geschichte vermittelt. Die Bandbreite der ausgestellten Exponate und deren kurze und knackige Aufbereitung zeigt, wie Geschichte interessant gemacht werden kann. Schade ist, dass die Ausstellung an einigen Stellen tendenziös ist und unbequeme Inhalte vergessen wurden. Die Ausstellung kann als Beispiel dafür herhalten, was mit hinreichend finanziellen Mitteln umgesetzt werden kann.

3. November 2019: Spielzeugmuseum in Nürnberg besichtigt

Im Spielzeugmuseum in Nürnberg ist eine beeindruckende Ausstellung zur Entwicklung des Spielzeugs zu sehen. Vom Porzellanpüppchen, über Blechspielzeug und Zinnsoldaten, ist bis Lego und Vero construc alles zu finden, was es an Spielzeugen in den Vergangenen 150 Jahren gegeben hat. Auch der Gameboy, Modeleisenbahnen und Monchichis haben ihren Platz in der Ausstellung gefunden. Außerdem ist alles auf Kinderbesucher*innen ausgerichtet und es gibt ein eigenes Spielzimmer zum Spielen. Mir hat dieser kurze Ausflug in die Spielzeuggeschichte sehr gefallen. Vieles hat mich zum Lachen gebracht und einiges kenne ich noch aus meiner Kindheit. Die Initiative zum Museum ist übrigens eine private gewesen. Seit 1971 wird Spielzeug in Nürnberg gezeigt. Gesammelt wurde jedoch schon viele Jahrzehnte zuvor.

25. Oktober 2019: Neue Sachlichkeit in Cottbus gesehen

Die Ausstellung “Bild der Stadt / Stadt im Bild” zeigt Malerei, Grafik und Fotografien aus dem frühen 20. Jahrhundert. Dabei bewegt sie sich zwischen den Stilen Bauhaus und Neue Sachlichkeit. Interessant ist, dass erstaunlich viele private Leihgeber*innen zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. Außerdem ist alleine der Ausstellungsort, das ehemalige Diselkraftwerk Cottbus, einen Ausflug wert. Die Ausstellung überzeugte durch viele unterschiedliche Kunstrichtungen und wartete mit einem mehrstündigen Eröffnungsprogramm auf. Dieses war jedoch mit sieben Reden viel zu lang. Außerdem verliert sich die Ausstellung in den teilweise sehr grossen Räumen. Hier hätten Sitzgelegenheiten Auflockerung oder Informationstafeln zur geschichtlichen Einordnung einen Zusatzeffekt gebracht. 

12. Oktober 2019: Zu Gast beim Konzert von Tino Eisbrenner in Berlin

Anlässlich des 20. Geburtstags der Friedensglockengesellschaft, fand in der Sternwarte in der Berliner Prenzlauer Allee eine Festveranstaltung statt. Stargast war Tino Eisbrenner, der mit seinen Friedensliedern und der Akkordeonspielerin Isabel Neuenfeldt den rund 150 geladenen Gästen ein unvergessliches Kulturprogramm bot. Auch Redebeiträge, Grußworte und eine Diskussionsrunde trugen zum Gelingen der Geburtstagsfeier bei. Ich nutzte die Chance, um ein gemeinsames Foto mit Tino Eisbrenner und Anja Mewes, der Vorsitzenden der Friedensglockengesellschaft, zu machen.

3. Oktober 2019: Tierpark in Berlin besucht

Der Tierpark in Berlin ist auch unter künstlerischen Aspekten ein Besuch wert. Überall sind Figuren und Bronzeplastiken von Tieren zu entdecken oder es schmücken Mosaike und Wandreliefs die Wände und Fassaden. Die detailgetreuen Figuren von namhaften Künstler*innen bringen einem Tiere ganz anders nahe und sind begehrte Fotomotive. Früher gab es neben den einzelnen Gehegen Tafeln, auf denen geschrieben stand, wer oder welcher Betrieb das Gehege in freiwilliger Aufbauleistung finanziert oder aufgebaut hatte. Diese wurden unverständlicher Weise entfernt. Aus dieser Zeit waren sie meines Kenntnisstandes einzigartig und gehörten einfach zum Tierpark und seiner Geschichte dazu. Hoffentlich ergeht es den Bronzeplastiken nicht irgendwann auch so.

14. September 2019: Besichtigung des Kölner Doms

Der Kölner Dom ist nicht nur die größte Kirche in Deutschland, sie gehört auch zu den schönsten und beeindruckendsten sakralen Gebäuden in Deutschland. Wie von den Architekten gewollt, fühlt man sich ganz klein, wenn man in mitten des Doms steht und das Gewölbe, die Ruhe und die Anmut des Kirchenschiffes auf sich wirken lässt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn man sonst nichts mit Kirchen, Religion oder Gott zutun hat.

10. September 2019: Begehung der Löwen-Adler-Kaserne in Elstal

Eine Begehung der Löwen-Adler-Kaserne in Elstal nutzte ich, um den aktuellen Zustand der massiven, sogar vor Brandbomben geschützten Gebäude fotografisch festzuhalten. Dass sog. Vergessene Orte generell gute Fotomotive bieten, weiß ja inzwischen fast jede/r, aber das weitläufige und gut bewachsene Gelände der Löwen-Adler-Kaserne ist schon deswegen etwas Besonderes, weil es sehr dicht an neu bebauten Wohngebieten, direkt am Karls Erlebnisdorf und an der ständig unruhigen B5 ist. Man taucht aus dem Alltag gerissen für ein paar Minuten wirklich in eine vergessene Welt ein. Der Charme des nicht Perfekten, des Alten, des Abgenutzten, des bald Verschwundenen, übt auf viele Fotograf*innen einen besonderen Reiz aus.

29. August 2019: Bauhaus-Museum in Weimar besichtigt

Das Bauhaus ist in diesem Jahr in aller Munde. Grund genug sich die neue Ausstellung dazu in Weimar anzuschauen. Von der Vielseitigkeit der Bauhauskünstler*innen war ich überrascht. Bauhaus ist viel mehr als klare Linien, Kanten und Würfel. Sehr angetan war ich von der ausgestellten Wohnraum- und Hausarchitektur. Gut aufgeräumt, funktional, platzsparend und auf Pomp verzichtend, so könnte man die Bauhäuser bezeichnen, ohne das sie dabei weniger großzügig sind und zu sein scheinen. Die geometrischen Formen und Fluchten mögen sicher nicht jedem gefallen, gerade weil sie manchmal ein Gefühl der Kälte vermitteln. Dafür wirken sie häufig überschaubarer und durch sinnvolle Verknüpfungen für jede/n nachvollziehbar.

19. August 2019: Viel gelernt im Schulmuseum in Reckahn

Seit 1992 gibt es in Reckahn das einzige Schulmuseum im Land Brandenburg. Es geht auf die märkische Adelsfamilie von Rochow mit Schloss, Gutspark, Barockkirche und Schulhaus zurück. Die Familie von Rochow konzipierte dort eine wegweisende Landschulreform und lies ein eigenes Schulhaus errichten, in dem heute das Schulmuseum zu finden ist. Durch den Lehrer Heinrich Bruns wurde ein reformorientierter, philanthropisch geprägter Unterricht erteilt, der zum Beispiel dafür sorgte, dass alle Bauernmädchen und -jungen der Gutsherrschaft erfolgreich die „basalen Kulturtechniken erlernten“. Die zweiklassige Schule wurde zum „Muster aller Landschulen“ und war modellbildend für die preußische Volksschulentwicklung im 19. Jahrhundert.

14. August 2019: Podiumsdiskussion zur DDR-Architektur

An diesem Mittwoch war ich bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „ Das Verschwinden der Ostmoderne“ in der Nikolaikirche in Berlin, um mehr über d ie Zukunft der Stadt und das Architekturerbe von Ost-Berlin zu erfahren. „Welchen Platz nimmt Ost-Berlin mit seiner Architektur der sozialistischen Moderne in der heutigen Stadtentwicklung ein? Drohen die baulichen Hinterlassenschaften des Ostens in der sich dramatisch wandelnden Metropole Berlin zu verschwinden?“ waren einige Fragen mit denen sich Simone Hain (Architektur- und Planungshistorikerin), Thomas Flierl (Bauhistoriker, Kulturwissenschaftler, Publizist), Clemens Weise (Werkstattt Haus der Statistik) und Annett Gröschner (Autorin) beschäftigten. Die Antworten waren höchst streitbar und gaben Impulse zum Weiterdenken. Insgesamt eine tolle Veranstaltung.

4. August 2019: Ausstellung Ost-Berlin genossen

Die Woche endet mit Kultur: Die Ausstellung „Ost-Berlin“ im Nikolaiviertel hat mich wirklich überrascht und stark beeindruckt. Solch eine gut aufbereitete, differenzierte und durch die unterschiedlichen Exponate sehr aussagekräftige Ausstellung zu solch einem nicht ganz unaufgeladenem Thema habe ich lange nicht mehr gesehen. Vieles in der Ausstellung kam mir bekannt vor, einiges regte mich zum Schmunzeln an und anderes stimmte mich traurig. Die Ausstellung ist auf jeden Fall den Besuch wert und lässt einen auch kulturpolitisch, städtebaulich und architekturtechnisch nachdenklich werden.

 

28. Juli 2019: Spazieren im Südpark in Berlin

Die Woche endet mit Kultur: Den Wochenausklang verlebte ich heute im Park am Südgelände in Berlin-Schöneberg. Skulpturen, alte Gebäude, Natur und Technik lassen hier die Künstlerherzen höher schlagen. Für die ganze Familie gibt es hier etwas zu entdecken und einige Exponate können angefasst oder sogar beklettert werden. Wieder andere machen auf Knopfdruck Geräusche oder beginnen zu leuchten. Noch dazu ist es dort ruhig, autofrei und grün. Wer mag kann sich mit einem kühlen Getränk versorgen und die Anlage spazierend besichtigen. Soviel gibt es sonst eher nicht in der großen Stadt an hektischem Ausgleich zu sehen und zu entdecken.

21. Juli 2019: Friedhof in Stahnsdorf besichtigt

Die Woche endet mit Kultur: Der mehrere Hektar große Friedhof in Stahnsdorf wurde eigentlich für die Toten Berlins gebaut, da dort alle Kapazitäten erschöpft waren. Noch heute sind daher die Grabfelder in Bezirke und Stadteile Berlins gegliedert. Auf dem Friedhof liegen allerlei Prominente begraben, monumentale Grabanlagen und Figuren lassen sich bestaunen und es gibt eine außergewöhnliche Holzkapelle zu sehen, die spätestens seit der Serie „Dark“ internationale Bekanntheit erfahren haben dürfte. Noch dazu ist der Friedhof wie ein Park angelegt und lädt zum Spazieren und Verweilen ein. Frische Luft, interessante Walddüfte und viel Grün gibt es inklusive.

23. Juni 2019: Einblicke ins „Germanische Nationalmuseum“ Nürnberg

Die Woche endet mit Kultur: Schon als Schüler wollte ich mir das „Germanische Nationalmuseum“ in Nürnberg ansehen. Mehr als zehn Jahre später kam ich dazu und war begeistert von der Größe und Vielfältigkeit des Museums. Neben mittelalterlicher Kunst gab es vor allem Exponate aus der frühgermanischen Zeit zu sehen. Schmuck, Grabstätten, Modelle von Siedlungsanlagen und eintausend Jahre alte Haushaltsgegenstände. Außerdem gab es eine ganze Abteilung mit historischen Musikinstrumenten, Vitrinen mit alten Uhren und immer wieder kirchliche Artefakte. Um das ganze Museum in Ruhe besichtigen zu können, sollten jedoch zwei Tage eingeplant werden. Denn an einem Tag ist die Fülle der Exponate kaum zu erfassen.

10. Mai 2019: Farbenfrohe Bilder in Elstal

Die Woche endet mit Kultur: In der Bürgerbegegnungsstätte Elstal am Karl-Liebknecht-Platz wurde Ende dieser Woche eine Ausstellung einer Priorter Künstlerin eröffnet. Extrem farbenfrohe und bewegte Bilder schaffte die Künstlerin in den vergangenen Jahren und stellte rund 50 ihrer Kunstwerke jetzt in Elstal aus. Knapp 30 Gäste kamen zur Ausstellungseröffnung, die mit Musik und Reden begleitet wurde. Die Kunstwerke fanden so grossen Anklang, dass noch am Eröffnungstag die ersten Bilder verkauft wurden.

27. April 2019 : Gesichter der zwanziger Jahren in Berlin

Diese wunderbare Ausstellungen mit Porträts und Selbstbildnissen der Malerin Lotte Laserstein zeigt wie kaum eine andere Schau dieser Zeit die “modernen Gesellschaft der Weimarer Republik”. Detailgetreu, unverhüllt und realistisch werden Menschen in ihrer natürlichen Schönheit, drapiert oder unbeobachtet, geradezu eingefangen. Vielsagend und leidenschaftlich, ausdrucksstark und direkt spiegeln die Porträts die Unterschiedlichkeit der Menschen wieder. Ein Besuch lohnt.

14. April 2019: Neues Museum in Weimar besucht

Die Woche endet mit Kultur: Im Neuen Museum Weimar besuchte ich eine Ausstellung zu Friedrich Nietzsche. Der Philologe und Philosoph Friedrich Nietzsche siedelte von Deutschland in die Schweiz und war kurz vor seinem Tode staatenlos. Sein Nachlass wird in Weimar verwaltet und zieht seit Jahrzehnten Besucher*innen an. Das moderne Museum gibt tolle Einblicke in das Schaffen Nietzsches und zeigt, wie die Nationalsozialisten dieses versucht haben zu instrumentalisieren.

9. Februar 2019: Literaturmuseum in Heiligenstadt besucht

Die Woche endet mit Kultur: Das Ende der ersten Februarwoche nutzte ich, um mir das Literaturmuseum “Theodor Storm” im thüringischen Heiligenstadt anzuschauen. Das liebevoll betreute und eingerichtete Museum widmet sich ganz dem künstlerischen Schaffen des Schriftstellers und Dichters Theodor Storm. Storm war im Eichsfeld zu Hause, schrieb hier bedeutende Werke und war in Heiligenstadt als Schöffe tätig. Die Dauerausstellung gibt nicht nur Einblicke in das umfangreiche künstlerische Werk Storms, sondern bringt einem auch den Privatmann Theodor Storm näher. Allen noch aus Schulzeiten bekannt dürfte die Novelle “Der Schimmelreitet” sein, die er noch kurz vor seinem Tod im Jahre 1888 schrieb.

13. Januar 2019: Musical in Berlin gesehen

Die Woche endet mit Kultur: Nach längerer Zeit ging ich an diesem Wochenende mal wieder ins Musical. Dieses Mal stand das Musical “Tanz der Vampire” auf dem Programm, welches im Theater des Westens in Berlin gezeigt wurde. Mal abgesehen von der grenzwertigen Lautstärke, war es ein gutes Musical für alle, denen Opern und klassische Konzerte zu viel Kultur sind. Die schauspielerische Leistung war sehr gut, das Theater ist als Bau beeindruckend und die Stimmung in meiner Kulturtruppe war sowieso wieder sehr ausgelassen. Vor allem für Kinder und Jugendliche ist ein Besuch besonders zu empfehlen.

12. Januar 2019: Rosa die Botanikerin

Die Woche endet mit Kultur: Anlässlich des 100. Jahrestages der Ermordung von Rosa Luxemburg wurde in Rangsdorf die Ausstellung “Plants for Rosa” eröffnet. Das Rosa Luxemburg ein umfangreiches Herbarium pflegte und mehrere Semester Botanik studierte, ist bis heute nur wenigen bekannt. Um diese Seite der Ökonomin, Revolutionärin und Politikerin Rosa Luxemburgs zu zeigen, wurde die Ausstellung “Plants for Rosa” von einer amerikanischen Künstlerin gestaltet und kuratiert und erstmals im Land Brandenburg gezeigt. Die künstlerisch anspruchsvolle Ausstellung zeigt Rosa Luxemburg von ihrer sanften Seite. Ihre scharfen analytischen Fähigkeiten und ihre Verdienste im Kampf um eine gerechterer Gesellschaft sollte man beim Ausstellungsbesuch allerdings trotzdem nicht vergessen.

7. Oktober 2018: Buchvorstellung in Wien

Die Woche endet mit Kultur: Im Wiener Metropol-Theater genoss ich an diesem Sonntag die Buchvorstellung der mir schon lange persönlich bekannten Evelin Steinthaler. Evi ist eine Feministin und Publizistin, die sich vor allem mit der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich auseinandersetzt. Sie schreibt historischer Romane, Graphic Novels, hält Vorträge und macht Stadtführungen zum Widerstand in Wien. In ihrem neusten Buch geht es um Schauspieler*innen und deren (teils jüdische) Liebschaften zu Zeiten der Nazidiktatur.

4. Oktober 2018: Ausstellung “Zwischen den Kriegen” in Linz

An diesem Mittwoch besuchte ich das Schloss Linz in Österreich. Im Schlossmuseum gibt es eine Ausstellung, die sich mit der Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 beschäftigt. Auf sehr anschauliche und pädagogisch wertvolle Art und Weise, vermittelt die Ausstellung den Zusammenhang zwischen Ersten und Zweiten Weltkrieg. Die vielen originalen Exponate geben eindrucksvolle Einblicke in eine Zeit und ihre Politisierung, die etwa 100 Jahre zurückliegt und die Grundlage für die Machtübergabe an die Nationalsozialisten legte.

9. September 2018: Kunst im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin

Die Woche endet mit Kultur: Das Ende der Sitzung des Parteivorstandes nutzte ich, um das Berliner Karl-Liebknecht-Haus zu erkunden. Dabei habe ich viele interessante Fotomotive entdeckt. Hier gibt es außerdem ein paar echte Kunstwerke, die in den Fluren des Hauses zu finden sind und noch heute eine Vielzahl von Besucher*innen anlocken. Unter anderem habe ich mehrere lebensgroße und sehr ausdrucksstarke Gemälde von Walter Womacka entdeckt, Erklärungstafeln zur vielseitigen Geschichte des Hause und einige Bronzereliefe.

31. August 2018: St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin

Die Woche endet mit Kultur: An diesem Freitagnachmittag besuchte ich während der letzten regulären Öffnungszeiten die St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin. Sie ist die katholische Bischofskirche des Erzbistums Berlin. Mich beeindruckt diese Kirche immer wieder durch ihren Baukörper, der sich so herrlich auf dem Bebelplatz einzufügen und doch hervorzuheben scheint. Auch ihre außergewöhnliche Raumaufteilung und ihre 50er Jahre Innenausstattung sprechen mich an. Viel Glas, Naturstein und schlichte Sitzmöbel zeichnen diese Kirche aus. Mit dem in der Mitte des Raumes gelegenen Abstieg zu den acht Kapellen in die Unterkirche, hebt sich diese Pfarrkirche außerdem einmalig von anderen Kirchen hervor. Sie sollte so erhalten bleiben. Leider wird sie umgebaut werden, sodass ich die letzte Chance nutzte, um sie mir noch einmal aus der Nähe zu betrachten.