Wirtschaftlich überlegt!

Bahnhof Elstal mit ICE und Regionalexpress


Dank der generell guten Konjunktur in ganz Deutschland ist Wustermark europaweit ein begehrter Wirtschaftsstandort geworden. Mittlerweile können wir uns die Unternehmen aussuchen, die wir ansiedeln wollen. Viele vor Jahren getroffene und teilweise schwer erkämpfte, wirtschaftsfördernde Entscheidungen und Investitionen zahlen sich heute aus.

Umso unverständlicher ist es, warum es bei den wirtschaftlichen Planungen in der Gemeindeverwaltung von Wustermark überhaupt keine und schon gar keine den Mitgliedern der Gemeindevertretung angestimmte Prioritätensetzung gibt. Vielen Investoren wird zu leichtfertig der rote Teppich ausgerollt und viele werden nicht ausreichend an den Kosten für die öffentliche Daseinsvorsorge (z.B. die Bereitstellung von Kita-Plätzen, den Bau von barrierefreien und überdachten Bushaltestellen, die Förderung von sozialem Wohnungsbau, die Vereinsförderung) beteiligt. Diese tragen bisher vor allem die Steuerzahler*innen.

Statt einer Prioritätensetzung wird unsere Verwaltung mit ständigen Ausnahmegenehmigungsanträgen und Ähnlichem (z.B. Abweichungen von der Stellplatzsatzung oder Veränderungen/Anpassungen an Gebäude- und Grundstückshöhen) auf Trab gehalten und mit immer neuen Planungen beschäftigt. Dass die Verwaltung überlastet ist, das hören wir Mitglieder der Gemeindevertretung bei beinahe jeder Sitzung. Aber entsprechend anders gehandelt wird nicht. Stattdessen wird besonders wichtigen Themen (z.B. fehlende Erzieherinnen und Erzieher, eine fehlende Sporthalle in Elstal, fehlender Mietwohnraum in Buchow-Karpzow und Hoppenrade, die drohende Abkopplung des Bahnhofes Wustermark, das Verkehrschaos am Outletcenter in Elstal) nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt oder sie bleiben ganz auf der Strecke.

Ich möchte eine Wirtschaftspolitik mit Augenmaß und eine überlegte Politik, die allen zu Gute kommt. Denn der Wirtschaftsstandort Wustermark sollte in erster Linie den Menschen in Wustermark dienen und nicht nur umgekehrt. Eine wirtschaftliche Entwicklung im Hauruckverfahren, die losgelöst ist von einer infrastrukturellen und sozialen Entwicklung in unserer Gemeinde, bringt negative Begleiterscheinungen, die einfach unnötig sind und nicht sein müssen.

Um sich gegenüber Investoren durchzusetzen, braucht man eine Vorstellung davon, wo man eigentlich hin möchte sowie Rückgrat und Ausdauer. Leider lassen die Verantwortlichen in Wustermark vieles davon vermissen und werden so zum Spielball von Interessen außerhalb Wustermarks. Die aktuell gute Wirtschaftslage in Deutschland und im Havelland bietet die besten Bedingungen, selber zu gestalten und nicht nur zu verwalten.