Ökologisch im Herzen!

Feld in Dyrotz mit gelben Blüten im Vordergrund

 

Das Havelland ist eine ländlich geprägte Kommune, die sich durch viel Grün, Wasser, Felder und Baumbestand vor den Toren der Hauptstadt auszeichnet. Immer mehr Menschen haben das bemerkt und wollen hier, im grünen Havelland, leben. Wir können stolz darauf sein, dass wir für viele Menschen ein so attraktiver Wohnort sind. Dank der generell guten Konjunktur in ganz Deutschland sind die GVZ Brieselang und Wustermark zudem europaweit begehrtere Wirtschaftsstandorte geworden.

Jede dieser Entwicklungen bringt auch Begleiterscheinungen mit sich, die nicht immer positiv sind. So verschwinden in meiner Heimatgemeinde Wustermark zum Beispiel immer mehr Grünflächen, wie es für Speckgürtelkommunen fast schon normal ist. In oder in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten, wie im Ortsteil Elstal in dem ich lebe, wurde der Baumbestand in direkten Siedlungsbereichen stark dezimiert. Vor allem die Lärmbelästung hat dadurch zugenommen. Weitere Probleme macht auch der zunehmende ruhende Verkehr. Enorme Verkehrsbelastungen bringen die Großprojekte Designer-Outlet-Center und Karls Erlebnisdorf mit sich. Diese sind einerseits wirtschaftliche Leuchttürme des Landkreises, andererseits aber auch eine Belastung für die unmittalbar in der Nähe wohnende Bevölkerung.

Um die durch die Gemeindevertretung von Wustermark auf den Weg gebrachten Projekte nicht zu konterkarieren und die gute wirtschaftliche Entwicklung zu erhalten, braucht es ein verstärktes Engagement in Sachen Umweltpolitik. Durch eine verbesserte Baumschutzsatzung, Ausgleichsflächen in der Gemeinde, mehr Nachpflanzungen von Bäumen und Büschen sowie der Erhalt von gepflegten Streuobstwiesen und „grünen Baumbändern“ zwischen den Wohngebieten, müssen die negativen Begleiterscheinungen der aktuellen Entwicklungen eingegrenzt und abgeschwächt werden. Wustermark braucht Entwicklung, aber mit Augenmaß und nicht um jeden Preis. Auch auf der Kreisebene sollte mehr in Sachen Umweltpolitik passieren. So fehlt eine Koordinierungsstelle und der politische Wille zum Ausbau des Radnetzes oder das Bekenntnis, auf Glyphosat zu verzichten.

Durch mehr Erhalt von alten Bäumen, durch die Etablierung von dezentralen Energiemodellen, durch Aufforstung und mehr straßenseitiges Begleitgrün sowie die Anerkennung von Streuobstwiesen als kleine Naherholungsflächen, kann der grüne Charakter des Landkreises erhalten bleiben. Wir müssen es nur wollen und anpacken.

Ich möchte eine Umweltpolitik, die modern, der Entwicklung angepasst und im Interesse der Einwohnerschaft und nicht nur im Interesse von Großunternehmen ist. DIE LINKE in der Gemeindevertretung von Wustermark und im Landkreis Havelland hat hier bereits Erfolge vorzuweisen. Die Gemeindevertretung folgte zum Beispiel unseren Anträgen zur Erarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes für die Gemeinde Wustermark und zur Nutzung von Öko-Strom für das Gemeindegebiet. In das Klimaschutzkonzept konnten wir unsere Forderungen nach LED-Straßenlaternen, Elektroladestationen und Elektroautos im Fuhrpark der Gemeinde festschreiben. Diese Forderungen werden nach und nach umgesetzt. Ich war als einziger Gemeindevertreter bei allen Sitzungen zur Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes dabei und habe mich eingebracht. Außerhalb der Gemeindevertretung haben wir in der Vergangenheit Politiker*innen eingeladen, um gemeinsam den Radwegeausbau zu verbessern und Probleme des Öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis zu lösen. Zusätzlich haben wir eine eigene Broschüre zu einheimischen Baumarten herausgegeben und einen Umweltbeirat in Wustermark initiiert. Auch wenn unserer Einsatz im Bauausschuss um jeden Baum nicht allen gefällt und einige Kolleg*innen nervt, hat dieser nicht nur Bäume gerettet, sondern vor allem eine Sensibilisierung der Gemeindevertretung gebracht.


Informationen zu überregionaler Politik in Sachen Umwelt